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Schaffe, schaffe immerzu

Auch nach der Tournee dürfen die Fledermäuse noch nicht in den verdienten Winterschlaf gehen, denn es gibt was zu tun: Nägel müssen zurechtgebogen und geschliffen, Kabel kontrolliert und repariert, Fahrzeuge gewartet und Öfen eingebaut werden. Die grösste Arbeit jedoch bereitet und das "2", denn es braucht ein neues Kleid, das Alte war vergilbt und bis auf die Unterhosen vergammelt. Für uns heisst das Bretter wegreissen, neue zuschneiden und anschrauben und am Schluss alles anpinseln. Natürlich wird auch im Büro telefoniert, verfasst und organisiert, dass sich die Balken biegen. Tja, auch im WIQUA ist das Fledemausleben intensiv. Da kam es und ganz gelegen, dass wir in der Nachbesprechungswoche in einem wahrlich bezaubernden Häuschen in den Vogesen ein paar ganz gemütliche Tage verbringen konnten. Dank der Sauna und einem superleckeren und theatralisch schaurigschön begleiteten Abschlussdiner ging der eigentliche Zweck der NABEWO fast vergessen.

Affoltern
Ein Schlusspoltern in Affoltern

Die Vorfreude auf eine ereignisreiche Dernièrenwoche war gross, obwohl auch eine gehörige Portion Wehmut bei den Fledermäusen mitschwang - einerseits weil die wunderbare Tournée mit dieser Woche zu Ende ging und andrereseits, weil uns klar wurde, dass einige von uns das letzte Mal mitflattern würden. Diese 7, um genau zu sein, führten traditionsgemäss mit dem Wochentheater und als Direktion durch die Woche. Allesamt schöpften sie noch einmal aus dem Vollen und boten als vergreister Direktor (Kräke) und als virtuose Interpreten des Dschungelbuches (alle andern) eine wahrhaftig spitzenmässige Performance. Die Kindergala, welche am Freitagabend stattfand, stand dem Theater der Ex-Pipis in spe in nichts nach und stellte einen krönenden Abschluss der Animationsarbeit des Jahres 2017 dar. Unser persönliches Highlight aber war die ausverkaufte Dernièrenshow, in welcher die Akteure ihre Darbietungen nochmals richtig genossen und etliche absurde Gags platzierten. Die Zuschauer dankten es uns mit herzhaften Lachern und anhaltenden Ovationen. Die im Anschluss spielende Band "only for the sexy people" (nomen est omen) legte sich für die Pipistrelli mit einem energiegeladenen Konzert ins Zeug und die Fledermäuse schwangen ihre Hüften als gäb's kein Morgen mehr. Leider wurden wir dann im Folgenden beim Abspielen unserer Fledermaus-favourite-list von einer Person ohne Sinn für gute Musik jäh unterbrochen und mussten die Party im Küchenwagen fortführen. Hätten wir nicht am darauffolgenden Tag mit dem Zeltaufbau beginnnen müssen, wären wir wahrscheinlich heute noch am Tanzen!

Winterthur
Circus is coming home!

In Winterthur durften wir wie jedes Jahr auf dem grosszügigen Areal des Eulachparks unsere Mobilien aufstellen. Dort wurden wir nicht nur vom Wetter verwöhnt, sondern durften mit kreativen und energiegeladenen Kids herrlich verspielte Nummern ausarbeiten. Unsere beiden Shows trugen wir beide Male vor vollem Zelt vor und empfanden es als grosses Privileg vielen treuen Fans und Freunden unser Programm zu präsentieren. Ein grosses Dankeschön gebührt dem "Verein der Winterthurer Freunde des Circolino Pipistrello", welcher diese Woche ermöglichte. Als wir am Montag mit unserem Tross in Richtung Affoltern aufbrachen waren wir dann nicht überraschend doch ziemlich wehmütig - Winti we love you!

Mit Flausen in Hausen

In Hausen erfuhren die Kinder die Geschichte eines bis zur Schmerzgrenze eingebildeten Kaisers und seiner zwar emsigen aber nur oberflächlich loyalen Sekretärin Annemarie. Das einzige was den Kaiser interessierte waren teure Kleider und deren Präsentation vor Publikum. Natürlich kostete das viel Geld, wofür Annemarie beim Pöbel unmengen Steuern eintreiben musste. In seiner naiven Eitelkeit liess der Kaiser sich auf zwei charmante Hochstabler ein, welche ihm versprachen das edelste Kleid aus einem Stoff zu schneidern, welcher für unedle oder hoffnungslos doofe Menschen unsichtbar sei. Als der Kaiser schliesslich am Ball auf Schloss Habsburg sein neues Kleid präsentierte traute sich niemand einzugestehen, dass der Kaiser nackt daherkam, aus Angst als unedel oder dumm zu gelten. Schlussendlich aber schrie ein Kind " der ist ja füdliblut" woraufhin alle Anwesenden schallendes Gelächter ausbrachen.

Bützberg
Zirkuszwerg in Bützberg

Die letzte Septemberwoche ging zumindest geografisch sportlich weiter, so schlugen die Pipistrelli ihr Zirkuszelt auf der weitläufigen Fussballanlage des FC Bützberg auf. Glücklichwerweise zeigte sich auch der Herbst nicht nur wettermässig von seiner schönsten Seite, sondern trug auch mit seinen Früchte, oder besser gesagt mit seinen Pilzen zu einer kulinarischen Bereicherung der Woche bei: Was gibt es zum Beispiel leckereres als eine frische Maronenröhrlingsauce?!

Im Wochentheater ereignete sich derweil Dramatisches: Weil die Zirkusband davonlief musste der Zirkusmechaniker Dänu eine neue organisieren und fand das erste Mitglied schnell im Elefantenstallknecht Minou, welcher die Schnauze voll hatte vom Dung Schaufeln. Auf ihrer gemeisamen Suche nach neuen Bandmitgliedern lasen die zwei allerlei sonderbare Gestalten auf, mit welchen sie am Schluss der Woche einen kakophonen Erstauftritt auf die Manege schmissen. Das Direktorenpärchen aus der Zirkusdynastie Los Lobos war von der neuen Band aber sehr angetan und dementsprechend gut gelaunt am Ende der Woche.