Schlatt

Bisch r'Edi? Die Kinder aus Schlatt waren es! Heisshungrig auf Zirkus nahmen sie uns in Empfang und bauten das Zelt so freudig auf, dass sie es am liebsten nochmals ab- und aufgebaut hätten. Hellbegeistert zeigten sich die angehenden ArtistenInnen auch während der Zirkuswoche. Motiviert, immer ein Lächeln auf den Lippen und stets ein Schalken und Gwundern im Zirkusdorf. Eben r'Edi, "uf schwiizerdütsch voll parat"! Mit viel Kreation und Lust wurden die Nummern einstudiert, mit viel Mut und Leidenschaft wurde das Können auf der Manege demonstriert: Eine gelungene, lustige, stimmungsvolle und herzige Zirkusgala zum Höhepunkt am Freitagabend. Und da war eben noch dieser Edi. Auf der Suche nach der perfekten Melodie, um die Menschheit zu retten und nicht von farbigen Aliens in Ketten gelegt zu werden, begegnete er zwei singenden Hippies, einer re-speckt-vollen Hip-Hop-Band namens "T" und einem Rockmusiker, übertraf dabei alle und fand mit ihnen gemeinsam die perfekte Melodie (falls es sie denn tatsächlich gibt). Edi sei Dank.
Wir genossen die Kinder, die Kinder genossen uns. Sie kosteten die Zirkuswoche bis zu letzten Stück aus, wir ebenso die geschenkten Kuchen und Lebensmittel. "'Speckt" Schlatt, Danke!

Opfikon

(Was für eine Woche, "ich schwör!") Während sich unsere Wagenschlange im Zürcher Morgengrauen durch den Stau kämpfte, wurde ihr zugleich der Kopf abgerissen. Unser Jeep hatte aufgegeben und blieb mit dem Zelt stecken. Dennoch trafen wir pünktlich im Schulhaus Halden in Opfikon ein und mit etwas Verspätung auch das Zelt. Dank den super motivierten Jugenlichen kam der Zeltaufbau rasch voran, dass pünktlich alles bereit stand.
Die Zirkuswoche war geprägt von regem Treiben. Unzählige Ateliers belebten mit ihren künstlerisch-zirzensischen Projekten das Schulhausgelände. Eine Gruppe durfte den Benoit, unser Gästewagen, neu bemalen. Andere schraubten an einem Traktor herum, Mandeln wurden gebrannt, Kettenreaktion/Kügelibahn gebaut, Zeitung geschrieben, getanzt und vieles mehr! Jeden Morgen trafen 400 SchülerInnen zum Theater im Zelt ein, wo zwei Testosteron-Baustellen-Jungs ihr (Un-)Wesen trieben. Die Hauptprobe, eine eigentliche Vorpremiere zur Gala, wurde vom jungen Publikum super unterstützt. In der Manege gab es ganz spezielle, gewitzte und gekonnte Nummern. Zu sehen gab es unter anderem eine Clowngeburt mit priesterlichen Hebammen, Neon-Trapez-Künstlerinnen, heisse Hüftschwünge und eine coole Band mit Gesang und Elektrosound. Am Samstag startete eine riesen Fete mit vielen Attraktionen an Ständen, auf der Bühne und im Zirkuszelt.
Nebst der stimmungsvollen Zirkuswoche war das Leben im Wagendorf geprägt von für uns ungewohntem – wroooooOOOOOOOOMMmmm – Fluglärm. Die Blechvögel schienen nur knapp über unsere Köpfe hinweg zu brausen. Dafür durften wir frisches Gemüse aus dem Schulhausgarten ernten, in der Glatt Susaphon spielen und mit allen LehrerInnen zu Mittag essen. Eine super abgehobene Woche. Grosses Lob an Opfikon.

Wädenswil

Gespannt wie Federn erwarteten über dreihundert Kinder die angekündigte Zirkuswoche. Und alle wurden sofort vom Zirkusfieber angesteckt. Auch ausserhalb der Manege herrschte grosses Zirkustreiben. Reporter von der Zirkuspresse rasten über die Zeltwiese, an Schulhauswänden wurden frische Zirkussujets angepinselt, aus der Zirkusbackstube wurden Köstlichkeiten verkauft, Jongleure, Zauberer und Clowns übten ihr Künstlerdasein, um nur einige zu nennen. Und eine Katze (diesmal eine richtige) hat sich zu uns gesellt und zirkusreife Künststücke aneinander gereiht, dass wir sie am liebsten mitgenommen hätten.
Zwei Piraten zogen einer verzauberten Schatzkarte folgend durch das Zelt. Als sie den funkelnden Schatz fanden, kamen ihnen die Engländer dazwischen. Erst wurde gekämpft, nach mehreren "Tea Time"- Pausen jedoch Sixty/Sixty geteilt. Guter Deal. Die Queen höchstpersönlich würdigte den Fund und - rockte in einer noch nie gesehenen Performance ab.
Am Samstag fand das riesige Zirkusfest statt, an dem jedes Zirkusatelier seine Künste und Produktionen präsentierte. Wieder einmal hatten wir Glück, und das Wetter lud viele Familien zu Fest und Grill in Zirkusatmosphäre und später zum Zeltabbau ein. Danke für den grossen Zirkusspass in Wädenswil.

Fischenthal

Eine Bilderbuchfahrt über den Ricken und sanfte Hügel führte uns nach Fischenthal. Ebenso Bilderbuch mässig ging die Woche weiter: Motivierte, springende und staunende Kinder, lachende, fröhliche und eifrige Gesichter. Alles lief am Schnürchen..., bis auf die zwei Amateure Lech und Konrad, die in unserer Manege Remo und Claudia, oder etwas Ähnliches, spielen wollten und dabei auf unzählige Probleme stiessen und Unsinn kreierten, dass das Zelt platzte vor Lachen, Gigelen und Grölen. Kunterbunt wurde es bald in Fischenthal: Leoparden, Löwen, Gorillas, ein Zebra, Zauberer, Trick Ninjas, Strassenkinder, Geister, eine rasenmähende Prinzessin, Vivaldi und ein frisch vermähltes Ehepaar tummelten rund um das Zelt. Die einmalige Zirkusstimmung wurde im Fischenthal bis zum Schluss ausgekostet. Nach Kubik und der Kindergala wurde jeweils bis spät auf der Wiese flaniert, gespielt und grilliert. Vielen Dank nach Fischenthal.

Lichtensteig

Frisch gestärkt aus den Ferien haben wir unsere Tournee in Lichtensteig fortgesetzt. Zirkusluft einsaugen durften knapp 50 Kinder und Jugendliche des Schulheims Hochsteig. Der Name "Hoch" und "Steig" verrät schon einiges: Steil und felsiges Gelände, viel Material schleppen und tiefe Nagellöcher bohren. Die Extra-Bemühungen wurden mit einem wunderschönen Zeltplatz mit Blick in das Toggenburger Land belohnt.
Während der Animationswoche haben wir uns von einer abenteurlichen Reise zur Rettung der Prinzessin mitreissen lassen; die Kubik-Show hat viele Augen zum Leuchten gebracht; und das Highlight ganz klar, war die Kinder-Gala. Kurz zuvor war die Stimmung schrecklich nervös, war es doch für alle Artisten der erste grosse Auftritt, und dessen Gelingen lag im Ungewissen. Die Zirkus-Neulinge haben jedoch zum richtgen Zeitpunkt Vollgas gegeben, die Zuschauer in bombastische Stimmung gebracht und bis zum Schluss durchgerockt. Das ganze Zirkuszelt wurde regelrecht in Euphorie versetzt. Dies war ein riesen Erfolg und für jeden eine reiche Erfahrung. Ein Hoch Steig im Lichten Steig. Servus.