Fahrbereit!

Unsere Zirkuswagen sind abgebockt und fahrsicher, es kann losgehen! Während der letzten Woche wurde nochmals gepackt, aufgeräumt und geflickt. Nun ist das Dach des Büros wieder dicht und die Ursache der mysteriösen und immer wiederkehrenden Überflutungen in der Küche behoben. Strix hat zudem zwei grandiose neue Stahl-Bratpfannen eingeführt und diese erst einmal einem aufwändigen Einweihungsritual unterzogen, während Basil und Numa sich den grösseren und kleineren «Bobos» unserer Wägeli angenommen haben. Unterdessen rauchten im Büro die Köpfe unserer Wegbeschreiberinnen, Tourneeplaner, und Finanzverantwortlichen.

Und Mateja? Der hat Ley und Joel mit viel «Brummm Brummm» geholfen, unsere Traktorenflotte aufs Genaueste zu inspizieren. Nun steht der ersten Sonntagsfahrt nach Rheinau wirklich nichts mehr im Weg!

Wir kamen so gut voran, dass wir am Freitag Mittag bereits Feierabend machen und Noah – unseren treuen Zivi - im Feenkostüm mit Bier, Focaccia und Punkrock (in Joel, schlummern verborgene Talente als Punk-Sänger, zweifellos) verabschieden konnten.

Numas Abschiedsgedicht hat Noah in all seinen Facetten gewürdigt: Von der Prosecco-Fee über das Model an der Bar und den zackigen Koch im Pipistrello-Schürzchen zum kommunistischen Nazi-Verklopfer hat er nämlich alles zu bieten. In Numas Worten: «Harte Schale, weicher Kern – und das bezieht sich nicht auf dein Gehirn.» Danke Noah, für deinen tollen Einsatz als technischer Zivi und Kochzivi! Du warst eine Bereicherung für unser Team und wir werden dich und deinen Lärm in der Küche wirklich vermissen:)

Premiere!
Und was seither so passiert ist...

Unglaublich, aber wahr: Nach zwei Corona-Jahren haben die Pipis Vorletztes Wochenende tatsächlich wieder einmal eine ganz normale Premiere gefeiert! Das Tanzbein wurde zur Musik von Wazomba geschwungen, es gab Rutschaktionen, Chocherey, Moka Roll und Rogers Kreisreisen waren da, und mit ihnen gaanz viele tolle Menschen. Es war überwältigend, wie viele von euch schon Tage vorher auf dem Platz waren, den Proberaum in eine komplett andere Welt verwandelten, uns kulinarisch verwöhnten, mit uns mitfieberten und das Zelt während der Vorpremiere und Premiere zum Kochen brachten.

Während der letzten Wochen und Monate hatten wir uns im Proberaum verschanzt, uns mit unseren eigenen Innenwelten auseinandergesetzt und immer wieder mit Corona-Unterbrüchen gekämpft. Zwei Wochen vor der Premiere waren 7 von 17 Fledermäuse in Quarantäne und zwischenzeitlich fühlte sich der Probeprozess in Darios Worten etwa so an: «This is not gonna be a Show – it’s gonna be a miracle». Umso überwältigender war es, das Resultat der letzten Monate mit euch allen zu teilen und zu sehen, wie viele das Zirkuszelt nach der Show berührt verlassen haben!

Mit einigen Tränchen in den Augen haben wir am Montag nach der Premiere das Regieteam verabschiedet – es war eine extrem schöne Zusammenarbeit und wir liessen Brita, Sara, Dario und Alice nur ungern ziehen.

Nun haben wir sturmfrei, der Frühling blinzelt uns jeden Morgen ins Gesicht und die Vorbereitungen für die Tournee laufen auf Hochtouren: Das Zirkuszelt wurde letzte Woche abgebrochen, alle Öfen sind bereits ausgebaut, die Küche wurde einem Frühlingsputz unterzogen, das Programmheft ist im Druck und die Traktorfahrer:innen haben sich in der Fahrschule auf die erste Fahrt nach Rheinau vorbereitet. Währenddessen kamen die neuen «Maislis» jeweils morgens und abends in den Genuss der ersten Animationseinführungen. Bald, bald geht’s los!

Während das Winterquartier in allen Farben zu Blühen beginnt und die Natur endgültig aus ihrem Winterschlaf erwacht, trauern wir um einen dem Pipistrello sehr verbundenen Menschen: Marc Bänteli, der vier Jahre als Teammitglied und über 20 Jahre als musikalischer Leiter im Pipi war. Marc hat diese Welt Anfang letzter Woche nach einer langen Krankheitsgeschichte verlassen. Wir sind ihm unglaublich dankbar für alles, was er zum Leben und gedeihen unseres Circolino und aller Pipistrelli, die ihn kennenlernen durften, beigetragen hat. Von ganzem Herzen wünschen wir seiner Familie, seinen Freunden und allen anderen, in deren Leben er einen Leerraum hinterlässt, viel Kraft.

Teamtag
Apero, Spaziergang und Impro auf der Wiese

Nach einer intensiven Probewoche mit Versand, Supervision, Einlassproben, viel Musik (yes, Dario ist zurück!), Traktor-fahren-üben und an-Szenen-schleifen haben wir am Samstag einen wunderbar gemütlichen Teamtag zusammen verbracht. Strix, Bambi und Numa haben uns in Dreiergruppen - mit Prosecco und einem Konfiglas voller Fragen ausgerüstet - in die Hügel geschickt. Die Fragen nach Risiken, die es sich im Leben einzugehen lohnt, nach Lieblingsbüchern, dem ersten Kuss und nach dem wilden Tier, welches wir gern besitzen würden, wenn es die Grösse eines Hamsters hätte, regten tiefschürfende Diskussionen an und trugen uns zum vereinbarten Picknickplatz, wo nicht nur ein Apéro, sondern auch Numa mit Improtheater-Spielen auf uns wartete. Nach vorzüglichem Meze-Schmaus bei Hassan in Winti und einer nächtlichen Jongliersession bei uns daheim im Proberaum haben wir heute erstaunlich konzentriert weitergeprobt, sind wieder einmal himmlisch verköstigt worden (danke Colin!!!) und bauen nun wie die Ameisen am Bühnenbild für Herzeinspaziert.

Erste Grüsse vom Team 2022

Diese Woche ist das Pipi-Team - endlich wieder vollzählig - in die siebte Probewoche gestartet. Nicht nur alle drei Mitglieder des Regie-Teams, sondern auch die eine oder andere Fledermaus verbrachte während der letzten Wochen einige Tage mit Corona im Wägeli statt mit den anderen Pipis im Proberaum. Umso schöner ist es nun, endlich wieder mit allen zusammen arbeiten zu können! Mit fast allen… Dario, der dieses Jahr bereits zum fünften Mal die musikalische Leitung innehat, ist nämlich für eine Woche abgereist – natürlich nicht ohne uns beim Abschied damit zu drohen, all jenen die Finger abzuschneiden, die während seiner Abwesenheit nicht fleissig üben...

Trotz Corona-Komplikationen ist in den letzten Wochen aber viel passiert. Langsam haben sich auch die neuen Fledermäuse in ihren Wägeli eingelebt, sind in ihre Verantwortungsbereiche eingeführt worden, haben Nothelfer-, Feuerlösch- und Höhenarbeitskurse absolviert und in der Fahrschule mit ihren Traktoren bereits zum ersten Mal die Strassen von Rikon unsicher gemacht. In der Mechwoche haben wir geschliffen, gemalt und gesandet was das Zeug hält. Uuuund: Das Zelt steht!

Je näher die Premiere rückt, desto geschäftiger wird es im Winterquartier. Während sich Kopf und Story-Board der Regie allmählich füllen, wird im Proberaum trainiert, kreiert und musiziert, es werden Charaktere erforscht und Bögen gespannt, bis die Köpfe rauchen und Muskeln brennen. Langsam schwingen die Hoops auch nachts weiter und die Show-Musik begleitet unsere Träume in einer Endlosschleife. Manchmal nicht sehr erholsam, aber man soll ja im Schlaf weiterlernen.....Jedenfalls ist es wunderschön zu sehen, dass sich die Dinge allmählich zusammenfügen und unsere Show Form annimmt!

Momentan haben wir hohen Besuch: Gerardo ist für zwei Tage bei uns und trainiert unsere Keulen-Crew. Was dabei herauskommen wird, interessiert uns alle sehr – aus dem Proberaum dringen jeweils höchst interessante Laute, die genauso gut von einer Horde Affen stammen könnten…

Während die einen ihre Abende mit zusätzlichen Jonglier-Sessions verbringen, schreinern die anderen am Bühnenbild, proben mit der Einlassband, entwerfen Plakate und kümmern sich um Büro und Traktoren. Gestern hat die erste Sonntagsprobe stattgefunden – zwar ein zusätzlicher Arbeitstag, aber doch ein sehr sonntäglicher: Strix’s Butterzopf stand wie immer zum Frühstück bereit, Alina und Nora haben uns währschaft bekocht und unsere Co-Regisseurin Sara hat den Abend mit einem wunderbaren Tiramisu gekrönt….

Langsam hält der Winter einzug - die Blätter fallen und zunehmend steht die Welt auf dem Kopf.
Vom näher rückenden Fledermauswinterschlaf, emsigen Winterfledermäusen und einer gelungenen NaBeWo (Nachbesprechungswoche).

Wenn Fledermäuse sich auf den Winterschlaf vorbereiten bedeutet das, dass die Welt mit jedem Tag etwas schräger wird. Denn bekanntlicherweise schlafen Fledermäuse ja kopfüber hängend. Die Zeit zwischen dem fliegenden Zustand bis zu dem Moment in welchem die Fledermaus dann tatsächlich in den Winterschlaf gehen kann ist allerdings schon von gewisser Dauer und deshalb auch reich an berichtenswerten Ereignissen und Abenteuern.
Nach den letzten Erzählungen wisst ihr ja, dass die Tournee vor rund einem Monat abgeschlossen wurde. Nachdem wir nach der Derniere das Fledermauszirkuszelt gemeinsam geputzt hatten und nach Hause ins Schöntal gefahren waren, war da noch nichts mit Beine hochlagern und den farbigen Herbstblättern beim Fallen zuschauen. Denn wenn die Tage wieder kürzer und kälter werden wird die sehnsucht nach einem warmen Öfeli im Wagen wieder grösser und da die Schlange vor den Bettflaschen-Wasserkochern wieder immer länger wurden bauten wir, zurück im Schöntal sofort alle Öfen ein und auch sonst wartete einen Haufen Winterschlafsvorbereitungsaufgaben auf den Schwarm.

Als dann die wichtigsten Dinge wieder ihre Winterplätze gefunden hatten und wir einige Tage ausruhen konnten flatterten wir nach der Aufräumwoche schon wieder los in die Nachbesprechungswoche. In dieser Woche lassen sich die Fledermäuse gewisse Themen des Jahres noch einmal durch den Kopf gehen, bereiten fürs nächste Jahr vor und essen gut zusammen. Vom Schauen unserer diesjährigen Show-Aufnahme, spannenden Themenblöcken, kreativen Abenden, Küchenpartys bis zu Jahresabschlussritualen war alles zu erleben in diesen vier Tagen. Der letzte Abend wurde dann traditionsgemäss von den Fledermäusen welche den Pipistrello-Ruhestand antreten für den die Stellung haltenden Schwarm vorbereitet. Es war ein wunderbares nimmernächtliches Abendteuer mit vielen verschiedenen Stationen. Ein gebührendes Ende der diesjährigen Nabewo.
Danach flatterte der Schwarm wieder zurück ins Schöntalnest und tauchte voll ab in die Arbeiten der Winterarbeit, um dann rechtzeitig auf den ersten Schnee parat zu sein in eine Höle zu kriechen und sich an den Felsen zu hängen.

Mit diesem Blogeintrag haben wir uns für dieses Jahr zum letzten Mal gemeldet. Wir wünschen euch einen warmen Winter und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.