Frasnacht

Letzte Woche sind die Fledermäuse zum Bodensee ausgeflogen, nach Frasnacht. Wie dieses Jahr gewohnt, hat es uns beim Zeltaufbau auch diesen Montag nass erwischt, dafür gab es unter der Woche schöne Sonnenstunden. 80 Primarschulkinder von 5-12 Jahren haben an der Zirkusanimation teilgenommen, 40 weitere an verschiedene Zirkus-Ateliers. So entstand am Samstag ein bilderbuchhaftes Zirkusfest. Mit grosser Motivation und Freude am Zirkusmachen haben die Kinder ihre Nummern einstudierten. Nicht minder eifrig haben dessen Väter am Samstag nach der Gala das Zelt in seine Einzelteile zerlegt. Fast schneller als erlaubt war der Zeltplatz leer gefegt, das Material zwischenzeitlich vor dem Lastwagen hoch gestapelt, doch in Bälde alles aufgeräumt.
Wir haben erlebt, wie die Raupe Nimmersatt geboren wurde, sich gross frass, unheimlich gross frass, den speckigen Herr Direktor Hurlibutz verspiess und später wieder ausspuckte, wie sie noch grösser und grösser wurde, dann das Zelt, Häuser und Flugzeuge verschlang, das Meer ausschlürfte und zum Schluss die ganze Welt, Sonne und Planeten verschluckte. Die Raupe wurde zum Universum und schliesslich zu Sternenstaub, aus welchem wir alle sind. Alles ist ein Kreislauf, auch der Circolino Pipistrello.

Stäfa

Zweihundert Stäfner Primarschüler/innen produzierten ein grosses Zirkusfest: Atelierkinder zauberten betörende Düfte von Nidelzältli und gebrannten Mandeln in die Luft, Riesenseifenblasen schwebten ebenso dadurch, überall gab es Leckereien und Darbietungen, Zaubereien und Künstler, und in der Gallerie wurden Zirkusgemälde bewundert. Es wurde getanzt, gemalen, geschminkt und vieles mehr, alles, was ein grosses Zirkusfest verspricht. Im Zelt wurden unter Hochspannung super Nummern gezeigt: Starkoch Monsieur Poulet erklärte sein ausgeklügeltes Rezept für Pouletsuppe, 15 Kinder stürmten wie Wirbelwinde das Tuch empor und ein talentiertes Rockstar Trio spielte fantastische Zirkusmusik. Auch unter der Woche wurden wir musikalisch unterhalten: Klara und Lidia spielten frygisch, dorisch und jorische Tonleitern auf Trompete und Vibrafon, und lauschten den Klängen der Tonhöhle.
Eine wunderschöne Woche mit wunderschöner Aussicht, wunderschönen Abendstimmungen, und anschliessend wunderschönem Dauerregen, bis zuletzt. Zum Glück haben uns die Stäfner Lehrer/innen und andere Helfer/innen bis zum bitteren und nächtlichen Ende beim Zeltabbau unterstützt. Wohlverdiente Pfingsten.

Turbenthal

Alle drei Jahre schlagen wir unser Zelt in Turbenthal auf. Die Tradition integrativ zu arbeiten hat sich hier bewährt. Nun war es wieder so weit, bunt durchmischte Teilnehmer, Kinder aus der Unterstufe Breiti und der HPS Turbenthal, fanden das Zusammenspiel und zeigten eine herzlich berührende Gala mit Gross und Klein, aber nur grossartigen Artisten und Artistinnen. Das winterliche Intermezzo wollte unser Zelt über Nacht in ein Iglu verwandeln. Bald darauf schien jedoch wieder die Sonne und glückliche Kinder rannten über die Wiese, tranken Sirup und bestaunten unsere Zirkuswagen. Ausgerechnet zwei gwundrige Strandtouristen haben sich in unser Zelt verirrt und sich im Zirkusmachen probiert - und schikaniert. Ihre touristische Neugier und das artistische Unwissen hat uns herrlich amüsiert. So clownesk kann eine Zirkuswoche sein, Schnee, Sonne, Lachen, Tränen, shake it and shake up.
Wir geniessen noch eine zweite Woche auf dem Schulhausplatz und machen den Frühlingsputz. Unsere Zirkuswagen wollen gewaschen und gebügelt sein, Animationskleider fein schmecken und glänzen.

Widen

Unsere Tournee startete in Widen. Beim Freizeitverein Mutschellen geniesst der Circolino Pipistrello bereits lange Tradition. Und sie wissen, wie man Zirkus macht. Top vorbereitet erschienen Kinder, Mamis und Papis zum Zeltaufbau, der schaurigen Kälte und Nässe trotzend, schliesslich wollten alle Zirkus machen. Die Tage danach schien die Sonne wohlwollend und verbreitete tolle Animationsstimmung. Eine Boygroup offenbarte uns ihr Innenleben, unser Direktor Sergio Melone äpfelte wie geschmiert und hielt uns mit seinen Wortverwechslungen bei bester Laune. Unsere Vorstellung von C'est Nous spielte vor vollen Rängen und am Samstag platze das Zelt aus allen Nähten, keine Maus hätte mehr darin Platz gefunden. Bald darauf platzte es auch aus den Wolken, pünktlich zum Zeltabbau. Somit haben wir die letztjährige Zeltauf/abbau-Quote-bei-Regen schon in der ersten Tourneewoche übertroffen. Wetter hin oder her, der Tourneestart ist perfekt gelungen. Die Fledermäuse fliegen wieder übers Land.

Es geht los!

Das grosse Premierefest ist bereits verkarussellt. Wir hatten frühlinghaftes Wetter, volles Zelt, begeistertes Publikum, zapplige und danach erleichterte Pipistrelli, feines Essen, verzauberte Dekowelten, zwei super Konzerte mit vielen hüpfenden freudigen und lieben Leuten. Ein geglücktes und geniales Fest. Danke.

Das tägliche Proben und der Winter sind weit weg, die grosse Tournee steht kurz bevor. Gedanklich schweben wir zwischen den schönen Premieregefühlen und der Vorfreude des Unterwegsseins. Wir packen unsere sieben (undsiebzigtausend) Sachen, bauen unsere Öfen aus, machen Wagen und Traktore fahrbereit. In einer Woche ist es soweit, das Zirkusfieber in die Welt zu tragen.